Gemeinschaftsseite der evangelischen Kirchengemeinden
Enzheim, Heegheim, Lindheim und Rodenbach

Wiedereröffnung Kirche Enzheim

Altargesteck
Blumenschmuck zur Feier

Blumenschmuck zur Feier

Renovierter Innenraum
Demnächst hier weitere Bilder

Wäre seinerzeit, vor etwa vier Jahren, die Schließung der Empore in unserer schönen historischen Kirche aus statischen Gründen nicht erfolgt, würden wir wohl in diesen Tagen nicht mit so viel Freude die Wiedereröffnung nach einer Grund-sanierung und Restaurierung feiern können. Und hätte man damals bereits gewusst, was noch alles an Hindernissen und Schwierigkeiten kommen würde, hätte man vielleicht sogar den Glauben an eine Wiedereröffnung ganz verlieren können.
Mit was wurden die verschiedenen früheren Pfarrer (die Schließung fiel genau in die Vakanzzeit!), unsere heutige Pfarrerin Frau Krügler, Kirchenvorstände, Architekten, Bau-firmen und natürlich Gemeindemitglieder nicht alles unerwartet konfrontiert: Buchstäblich durch das ganze Gebäude warteten Schwierigkeiten und Unvorhersehbarkeiten: Unter der Treppe zur Empore wurden sehr alte menschliche Gebeine im Erdreich freigelegt, ganz oben im Dach ließen sich diverse tragende Balken nicht mehr sanieren und mussten getauscht werden – alles natürlich immer unter der Maßgabe, den Charakter der Kirche zu erhalten und die ursprünglichen Bautechniken anzuwenden.

Da dauert das Auftragen des Innenputzes dann nun mal nicht wenige Tage wie bei modernen Gebäuden, sondern mehrere Monate. Wie schon gesagt: Man muss kein Pessimist sein, um zwischendurch einmal ins Zweifeln gekommen zu sein.

Und jetzt durften wir mit einem feierlichen Gottesdienst die Wiedereröffnung feiern und allen, die nicht dabei sein konnten, sei an dieser Stelle empfohlen: Besuchen Sie unsere wunder-schöne Kirche und lassen Sie sich verzaubern! Böden, Wände, Decken erstrahlen in neuer Pracht – und sind nach wie vor so wellig und ungerade, wie es sich für ein solches Bauwerk nun mal gehört. Kirchenbänke, Empore, der seltene Kanzelaltar: Alles sieht aus wie neu – und offenbart dennoch in Struktur, Anstrich und Flair sein wahres Alter (unsere Kirche wurde im Jahre 796 erstmals urkundlich erwähnt). Geschmackvoll sind moderne Leuchten und historisches Mobiliar kombiniert und natürlich wurde die anfällige Technik an moderne Standards angepasst.

Leider müssen wir auf unsere wunderschöne Orgel noch warten, weshalb oberhalb der Sakristei noch gähnende Leere herrscht, aber nun sind alle zuversichtlich: Auch diese Lücke wird sich noch schließen lassen – wir müssen geduldig bleiben.

Zur feierlichen Eröffnung hatten sich Pfarrerin Krügler und Kirchenvorstand mächtig angestrengt und Kirche und Kirchgarten wunderschön für ein großes Fest vorbereitet.

Wie schön und passend, dass mit der kleinen Lina Sophie aus Enzheim auch gleich eine Taufe vollzogen werden konnte.

Musikalisch begleitet und unterstützt wurde der Gottesdienst vom Singkreis und der Instrumentalgruppe – und natürlich von unserem Organisten Herrn Nattler. Kirchenbänke und Empore waren bis auf den letzten Platz besetzt, viele mussten dem Gottesdienst von Bänken vor der Eingangstüre aus folgen, andere standen auf der Empore. Ein würdiger und passender Neuanfang!
Zum Abschluss des Gottesdienstes feierte Frau Krügler mit allen Anwesenden das Agape-Mahl, bei dem Brot und Wein-trauben durch die Bänke gereicht werden.

Und als Raimund Nattler zum Abschluss „Oh happy day“ interpretierte, klatschte die Gemeinde im Takt – man hätte noch lange so sitzen bleiben können.

Allerdings hätte man dann das fulminante Kuchenbüffet und leckeren Kaffee verpasst, zu dem die Kirchengemeinde einlud.
Bei bestem Pfingstwetter waren alle Bänke im Garten schnell besetzt und alle ließen es sich gut gehen.

Wären sie nicht so oft schon strapaziert worden, müsste dieser Artikel eigentlich mit den Worten „Was lange währt…“ enden, aber stattdessen soll hier ein großer Dank stehen an alle, die diese Wiedereröffnung möglich gemacht haben. Ohne den Willen und den Glauben daran, es zu schaffen, wäre es nicht gegangen und nun ist es Wirklichkeit: Enzheim hat wieder eine Kirche, die sich als Ort der Begegnung, der Andacht, aber bestimmt auch vieler wunderbarer Gottesdienste empfiehlt.

Text und Bilder: Uli Schumacher